Naturschutz
Rehkitzrettung 2025
Rehkitzrettung ist gelebter Tierschutz direkt vor der Mahd. Wenn Landwirte, Jäger und Kitzrettungs-Teams frühzeitig zusammenarbeiten, lassen sich viele Jungtiere vor schweren Verletzungen oder dem Tod durch Mähwerke bewahren.
Warum Rehkitzrettung notwendig ist
Rehkitze werden von Anfang Mai bis Mitte Juni gesetzt und liegen in den ersten Lebenswochen oft regungslos im hohen Gras. Genau dieses natürliche Verhalten schützt sie vor Fressfeinden, wird bei der Mahd aber zur Gefahr: Statt zu flüchten, drücken sich die Tiere auf den Boden.
Betroffen sind nicht nur Rehkitze. Auch Junghasen, Jungfüchse und Bodenbrüter befinden sich während dieser Zeit in den Wiesenflächen. Ohne Kontrolle direkt vor dem Mähen kommt es jedes Jahr zu schweren Verletzungen und toten Tieren.
Worum es in der Praxis geht
Rehkitzrettung ist kein symbolischer Naturschutz. Sie funktioniert nur dann gut, wenn die Abstimmung zwischen Landwirt, zuständigem Jäger und Rettungsteam zuverlässig und schnell läuft. Gerade vor der Mahd zählt jede Minute.
So läuft ein Einsatz ab
Meldung am Vorabend
Der Landwirt informiert den zuständigen Jäger oder das Kitzrettungs-Team rechtzeitig über Fläche, Treffpunkt und geplante Uhrzeit der Mahd.
Drohnenflug am frühen Morgen
Direkt vor der Mahd wird die Fläche mit einer Drohne samt Wärmebildkamera abgesucht. So lassen sich Kitze und andere Jungtiere lokalisieren, bevor die Maschinen starten.
Sichern der Tiere
Gefundene Tiere werden vorsichtig aufgenommen und an einem ruhigen, geschützten Ort abseits der Fläche gesichert, bis die Mahd abgeschlossen ist.
Schneller Start der Mahd
Sobald die Fläche freigegeben ist, sollte die Mahd zügig beginnen. Je kürzer die Unterbrechung, desto geringer ist der Stress für die Tiere.
Freilassen nach der Mahd
Nach dem Mähen werden die gesicherten Tiere wieder freigelassen. Kitze und Muttertiere finden sich in der Regel schnell wieder.
Impressionen aus der Rehkitzrettung
Warum Tempo und Abstimmung so wichtig sind
Zwischen Einsammeln, Sicherung, Mahd und Freilassen sollte möglichst wenig Zeit liegen. Je schneller und klarer die Abläufe, desto geringer sind Stress und Trennung für die Tiere. Genau deshalb ist Rehkitzrettung immer Teamarbeit und keine Einzelaktion.
Zusätzliche Maßnahmen: Vergrämung
Ergänzend können Flächen vor der Mahd vergrämt werden, etwa mit akustischen Signalen, Flatterbändern oder optischen Reizen. Sinnvoll ist das vor allem kurz vor dem Einsatz. Wird zu früh begonnen, kann ein Gewöhnungseffekt eintreten.
Checkliste für Landwirte
- Mähtag und Fläche so früh wie möglich planen
- Spätestens am Vorabend den zuständigen Jäger oder das Kitzrettungs-Team informieren
- Treffpunkt und Startzeit verbindlich abstimmen
- Mahd nach Freigabe ohne unnötige Verzögerung beginnen
- Nach Abschluss kurze Rückmeldung an das Team geben
Rechtlicher Hinweis
Flächen sollen unmittelbar vor der Mahd kontrolliert werden. In der Praxis übernehmen diese Suche häufig Jäger und Kitzrettungs-Teams mit moderner Technik, wenn sie rechtzeitig informiert werden. Entscheidend ist deshalb vor allem die rechtzeitige Abstimmung vor dem Einsatz.